Partnerschaft

 
Jahresbericht

 

Jahresbericht 2011 der Vorsitzenden Ulrike Rückert vom 15. März 2012

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Ostfalk, liebe Mitglieder,

Ich berichte hier über den Zeitraum seit unserer letzten Jahreshauptversammlung am 14. April 2011:
Wie in jedem Jahr bildeten die Schüleraustausche einen Schwerpunkt in unserer Partnerschaft. Nachdem vom 14. - 20.3.2011 Schüler und Schülerinnen des Bildungszentrums unter der Leitung der Lehrer Manfred Schaible und Angela Müller zum Collège Luzy-Dufeillant nach Beaurepaire gefahren waren, fand der Rückbesuch nach den Pfingstferien vom 23.5. - 28.5 statt. Die Französischfachschaft des Bize hatte sich zusammen gesetzt und Zustimmung zu diesem Schüleraustausch signalisiert, aber auch die Priorität des Marly-Austausches betont. Nach einer Nachtfahrt mit dem Eurolines-Bus von Lyon nach Stuttgart (10 Stunden), gab es gleich einen Stadtrundgang. Die Schüler nahmen am Unterricht teil und machten mit ihren Austauschpartnern einen Ausflug nach Stuttgart in die Wilhelma und ins Daimlermuseum. Sie besichtigten das Römerkastell in Welzheim, das Naturparkzentrum, das Schweizer-Museum in Murrhardt und die Rümelinsmühle. Die Schüler und Kollegen aus Beaurepaire, Marlène Cysique und Ulrike Capitain, wurden sowohl von der Schulleitung des Bize als auch im Rathaus von Bürgermeister Ostfalk und dem Partnerschaftskomitee empfangen. Ein gemeinsames Grillfest mit den Gastfamilien und den Fachkollegen vom Bize auf dem Ebersberg fand am 26. Mai statt. Die Kinder bekamen so ein umfangreiches Programm geboten, zu dem das Partnerschaftskomitee einen Beitrag von 200,- Euro leisten konnte. Das staatliche Collège Jacques Brel hatte ebenfalls kurzfristig wegen eines Austausches angefragt, der aber nicht mehr zustande kam, da die unterschiedlichen Ferientermine und die Kapazität des Bize nicht mehr die Möglichkeit boten. Die anfragende Lehrerin, Frau Vinet, ist inzwischen versetzt. Die Schulleiterin und eine neue Fachkraft haben die Anfrage wieder in diesem Jahr neu gestartet, und wir streben einen gemeinsamen Austausch der beiden Collèges aus Beaurepaire mit dem Bize an.

.Vom 25. bis 28. Mai fand der Besuch der Grundschüler des Collège Luzy-Dufeillant bei der Grundschule Unter-/Oberbrüden statt. 37 Schüler und 4 Begleiter wurden von den Gastfamilien, Bürgermeister Ostfalk und dem Partnerschaftskomitee in der Auenwaldhalle begrüßt. Am Folgetag erkundeten sie mit ihren Gastschülern das Daimler-Benz-Museum mit Hilfe von Arbeitsmappen, ein Picknick bot eine willkommene Tobepause, und weiter ging es zur Burgfalknerei Hohenbeilstein. Bei der Rückkehr wartete ein üppiges, von den Eltern bereitetes Vesperpicknick im Pfarrgarten Oberbrüden auf die Ausflügler. Der Freitag gehörte dann dem "normalen" Schulunterricht, bei dem Schülerinnen und Schüler des Bize dolmetschen halfen. Allen Kolleginnen, die sich bereit erklärt haben, den Unterricht für die Gastschüler mit erlebbar zu machen, sei hier herzlich gedankt, genauso der engagierten Schulleitung. Am Samstagmorgen ging es dann wieder zurück nach Beaurepaire, und manche Abschiedsträne konnte man am Bus bemerken. Herzlichen Dank den organisieren Lehrerinnen und Lehrern, sowohl vom Collège, wie insbesondere Margrit Huberle und Michaela Venturini.

Die staatliche Grundschule La Poyat war offiziell und rechtzeitig zum 50-jährigen Jubiläum der Grundschule Lippoldsweiler eingeladen worden, doch leider kam wieder einmal kein Besuch zustande. So wurde inzwischen der Beschluss gefasst, dass Lippoldsweiler sich an dem Austausch mit Luzy-Dufeillant in Zukunft beteiligen wird.


Nicht durch uns veranlasst, aber sehr im Sinne unserer Arbeit, ist auch der alljährliche Europäische Wettbewerb der Grundschulen. Zahlreiche Preisträger wurden sowohl in der Grundschule Ober-/Unterbrüden wie auch in Lippoldsweiler ausgezeichnet. Für die Teilnahme an diesem Wettbewerb und die Begleitung der Schüler danken wir den beteiligten Lehrerinnen und Schulleitern ganz herzlich.

Im Juli wurde Rektor Werner Pabst aus dem Schuldienst verabschiedet. Sein Name steht als einer der ersten auf der Gründungsurkunde des Partnerschaftskomitees. Seine Idee war es, den Französischunterricht an den Grundschulen einzurichten. 20 Jahre lang hat er in jeder Weise diesen Unterricht, den Schüleraustausch und die Partnerschaft unterstützt. Bei der Verabschiedung konnten wir ihm danken und ihm einem Gutschein für ein französisches Menu im Waldhorn überreichen. Wir hoffen sehr, dass er nun auch im Ruhestand, wo viele Interessen auf ihn einstürmen, Zeit für unsere Partnerschaft findet. Zu dieser Verabschiedung waren auch extra aus Beaurepaire Vertreterinnen des Collège Luzy-Dufeillant, Danièle Biichlé und Sylvie Issartel und Bruno Vacheresse gekommen

Am 25. Juli wurde dann unsere Französischlehrerin der ersten Stunde, Herz und Seele des Unterrichts, Margrit Huberle, in den Ruhestand verabschiedet. In einer kleinen gemütlichen Feierstunde wurde ein Rückblick auf die 20 Jahre Schulunterricht, die vielen Schüleraustausche und ihr allgemeines, großes Engagement für die Schule gehalten. Ihre Kollegin aus Beaurepaire, Frau Biichlé, dankte ihr mit bewegten und sehr persönlichen Worten, und für das Partnerschaftskomitee konnte ich ihr für ihren außerordentlichen Einsatz danken. Auch für sie hatten wir einen Gutschein für ein Menu zu zweit vorbereitet. Zum Glück bleibt und Frau Huberle im Partnerschaftskomitee weiter erhalten. Sie hat auch ihre Nachfolgerin Gaëlle Klenk eingearbeitet und begleitet das Geschehen in der Schule auch weiterhin. So ist sie dabei, einen Bus zum Jubiläum unserer Partnerschaft in Beaurepaire aus Grundschülern und mit ihren Eltern zusammen zu stellen. Beide Verabschiedungen, von Werner Pabst und Margrit Huberle, kommentierte der "Dauphiné Libéré" mit: "La retraite pour deux "piliers" ( DL 12.8.11 S.12)

Ein weiteres Standbein unserer Partnerschaft sind die Französischkurse in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule, die nun schon seit ca. 7 Jahren Semester für Semester gut laufen. Inzwischen sind es 3 Kurse, die Michaela Venturini unterrichtet, und der große Erfolg dieser Kurse ist ihrem Können und ihrer Persönlichkeit zuzurechnen. Die Kurse nehmen an unseren Dîners teil und zeigen etwas, von dem, was sie gelernt haben, und immer wieder werden auch Kursteilnehmer Mitglied in unserem Partnerschaftskomitee. Die Subvention der Kurse mit jeweils 10,- Euro pro Teilnehmer ist im Verhältnis eine gute Investition in die Grundvoraussetzung für unsere Partnerschaft, dass man die Sprache der Partner versteht und spricht. Schön wäre es, wenn in Beaurepaire auch eine solche Möglichkeit geboten werden könnte.

Im Juni fand dann unsere lange vorbereitete Reise an die Schlösser der Loire statt. Das ursprünglich angestrebte Treffen mit unseren Beaurepairer Freunden hat leider nicht geklappt, aber es wurde dennoch eine außergewöhnliche Fahrt mit 70 Teilnehmern, darunter vier Kinder. Die Stationen rufe ich hier nur ganz kurz in Erinnerung: Bendiktinerabtei Saint Benoît-sur-Loire - Sully mit seinen dicken Rundtürmen und dem kleinen Städtchen -Beaugency, die Stadt Jeanne-d'Arcs mit der 400 m langen Brücke über die Loire - das Königsschloss in Blois. Am zweiten Tag Chaumont mit dem herrlichen Blick über das Loiretal und seiner Gartenausstellung - Beauregard, Galerie der 327 Porträts von berühmten Persönlichkeiten und der Delfter Kachelboden mit allen Waffengattungen der Zeit - Chambord, größtes und Prunkschloss Franz I. - das "Fête de la Musique" in Blois. Am nächsten Tag Chenonceaux, Schloss über die Cher gebaut - Amboise mit der Hubertuskappelle und dem Grab Leonardo da Vincis - die Weinprobe in Vouvray - Tours mit dem Grab Sankt Martins. Am letzten Tag dann Langeais, das Schloss mit den 1000-Blumen-Wandteppichen, in dem Anne de Bretagne Karl den VIII. heiratete - Azay-le-Rideau und schließlich Villandry mit seinen zauberhaften Gärten. Wir hatten nicht nur einen geduldigen, sehr netten Busfahrer, sondern vor allem zwei ausgezeichnete, hoch gebildete und flexible Führer, die uns diese Landschaft, ihre Geschichte und Kultur näher gebracht haben. Auf der Rückfahrt konnten wir dann noch die Kathedrale in Reims besichtigen. Eine rundum interessante Fahrt, bei der viele Menschen Neues und Gemeinsames entdeckt, gute Gespräche geführt und neue Bekannte gefunden haben. Dank hier an Klaus Hiddeßen für die umfangreiche Vorbereitung und die viele Arbeit bei der Erstellung der Foto-CD und Margrit Huberle für die Verwaltung der Kasse mit den vielen Buchungen.

Ende August fand das große Motorradtreffen des MC Trailhof statt, zu dem auch eine Delegation mit der Vorsitzenden des Beaurepairer Motorradclubs und mit Toni Toma gekommen war. Der MC Trailhof hatte uns eingeladen, sie zu begrüßen, was Kurt Keser und ich gerne getan haben. Wir konnten ihnen dabei Wegzehrung und ein Buch über das Weissacher Tal mitgeben. Die Besucher waren von der Veranstaltung des MC Trailhof begeistert und ein Gegenbesuch im Juli, zum 25-jährigen Jubiläum der Partnerschaft wahrscheinlich, wurde ausgemacht. - Wir haben den MC Trailhof angeschrieben, ob der Verein Mitglied im Partnerschaftskomitee werden möchte. Bis jetzt ist allerdings noch keine Antwort gekommen.

Am 21.10 fand eine Sitzung des Partnerschaftskomitees mit anschließendem gemütlichen Beisammensein der Teilnehmer an der Loirefahrt statt. Zu diesem Abend waren ca. 80 Personen gekommen. Die wunderbare CD, die Klaus Hiddeßen in mühsamer Arbeit aus den Bildern verschiedener Mitreisender zusammengestellt hatte, wurde an diesem Abend erstmals gezeigt und verteilt. Es war ein außerordentlich schöner Abend, was allgemein bestätigt wurde, 4 Personen wurden Mitglied des Komitees.

Am 18. November fand dann eine sehr gut besuchte Weinprobe mit Achim Keser im Alten Schulhaus in Oberbrüden statt. Es wurden Bio- und Demeterweine aus dem Piwi-Weinbau verkostet, darunter 2 Weine aus Auenwald. Wir hatten dazu ein Vesper, z.T. privat vorbereitet, und konnten so die Kosten bei 12,- Euro / Person halten. Erika Teer hat wieder mit decken und schmücken geholfen. Achim Keser hatte Schautafeln und Kurt Keser ein Infoheft für die Teilnehmer vorbereitet. Es wurde ein sehr informativer und fröhlicher Abend, an den die Teilnehmer, unter denen auch Nicht-Mitglieder des Komitees waren, sich gewiss lange erinnern werden.

Für den Weihnachtsmarkt am 3. Dezember waren schon Vorbereitungen im Gang. Die Zusammenarbeit mit Frau Huberles Nachfolgerin Gaëlle Klenk und mit Frau Venturini funktionierte sehr gut, (Frau Huberle hatte wieder die Koordination übernommen), und viele Grundschuleltern waren bereit, uns am Stand wieder zu helfen. Das milde Wetter war angenehmer als im letzten Jahr. Beim traditionellen Chor der Französisch-AGs waren besonders viele Zuhörer gekommen. Wie immer konnten wir uns bei den Schülern mit dem Schokoladen-"Papa Noël" bedanken und den Lehrerinnen unsere Anerkennung für die oft mühevolle Arbeit mit einem Blumenstrauß ausdrücken. Dank an alle, die geholfen haben, vom Zeltaufbau über Crêpesbacken, Glühwein und Kinderpunsch ausschenken, stellvertretend hier: Wolfgang Bauer, Ehepaar Theuerkauf, Karl Bäuerle und Fa. Klink für das zuverlässige Besorgen der Schalbretter, Getränke Müller für das kostenlose Zurverfügungstellen von Bänken und Tischen.

Am 5. Dezember nahmen wir dann am "Lebendigen Adventskalender" der Kirchengemeinde Ober-/Unterbrüden teil. Wieder waren die Lehrerinnen und Kinder und Eltern der Französisch-AGs mit dabei und sangen mit uns französische und deutsche Weihnachtslieder. Dafür hatten wir wieder ein Liedblatt entworfen. Diese etwa halbstündige Begegnung im Innenhof des Rathauses war ein schöner Abschluss eines erfüllten Jahres

Eine große Hilfe ist der Partnerschaftsraum im Alten Rathaus in Unterbrüden, der uns seit dem vorigen Jahr zur Verfügung steht und wo unsere "Habe" gelagert werden kann. Wir hatten auch vor dem Raum im Eingang Plakate und Bilder aufgehängt, die auch von den Besuchern der Postfiliale oft angesehen wurden. Leider ist diese Werbemöglichkeit mit der Schließung der Filiale weggefallen.

Über all diese Ereignisse wurde im Mitteilungsblatt ausführlich und z.T. auch in der Backnanger Kreiszeitung berichtet.

Mehrere Sitzungen fanden auch zur Vorbereitung der Auenwaldhocketse 2012 statt. Über diese werden wir nachher berichten.

Nicht zustande gekommen ist 2011 leider der Besuch der Jugendfußballer zum Internationalen Pfingstturnier von Formafoot in Saint-Barthélemy und, wie ich höre, wird dieser Besuch auch in diesem Jahr ausfallen, da die Jugendfußballer eine Woche vor diesem Termin nach England fahren. Wir bedauern das außerordentlich, denn alle Jahre zuvor waren die Jugendlichen und ihre Begleiter außerordentlich zufrieden mit diesem Besuch bei den Beaurepairer Jugendlichen.

Am Jahresbeginn 2012 fand dann wieder unser großes Dîner amical statt. Ca. 80 Personen waren zusammen gekommen, hatten gekocht, gedeckt und Programmbeiträge vorbereitet, manche sogar alles gleichzeitig. Es wurde gesungen und musiziert, erzählt, gegessen und gelacht, wieder einmal ein außergewöhnlich fröhlicher Abend, wie allgemein bestätigt wurde, ein Beaurepairer Gast konnte auch begrüßt werden und Manfred Schaible und Frau waren von Seiten des Bildungszentrums anwesend. Solche geselligen Veranstaltungen bringen die Menschen in unserem Ort und Komitee zusammen und werden sich hoffentlich auch in der Zukunft positiv auswirken.

So war es ein erfülltes Jahr für die Partnerschaft, auch wenn es keinen Austausch zwischen den Erwachsenen aus den Partnergemeinden gegeben hat. Das werden wir hoffentlich in 2012 und 2013 intensiv nachholen. Wir sind jetzt 82 Mitglieder, davon 49 Familien, 15 Vereine bzw. Institutionen, 16 Einzelpersonen und 2 Ehrenmitglieder. Werben müssen wir weiter um junge Mitglieder, insbesondere auch im Gemeinderat, wo die Gründungsmitglieder der ersten Stunde nach und nach ausgeschieden sind, und bei den Familien der Austauschschüler.

Dank:
Zu danken habe ich zunächst Herrn Bürgermeister Ostfalk für die ausgezeichnete Zusammenarbeit im Bereich der Partnerschaft. Ein Zeichen dafür ist das Partnerschaftswappen auf dem Mitteilungsblatt, auch in seiner neuen Gestalt, die Werbung für unser Jubiläum, oder konkret die neu geschaffene Ecke an der Einmündung der Beaurepairestraße in die Kreisstraße mit den Holztafeln der beiden Wappen der Partnerschaft, eine ausgezeichnete Idee. Dem Künstler, der diese Tafeln hergestellt hat, möchten wir ebenfalls sehr herzlich danken. Dank auch unserem Waldemar Fuderer, der in seiner Doppelfunktion als Schriftführer, Vorstand und Hauptamtsleiter, der ideale Mittler zwischen den beiden Ebenen Gemeinde und Komitee ist. Dass er, nicht nur nebenbei, alle unser Feste mit seinem Akkordeon belebt, sei hier auch einmal wieder erwähnt. (Wir sind auch froh, dass Yvonne Bader demnächst in seine Fußstapfen tritt und unserer Partnerschaft bereits verbunden ist.) Lieber Waldemar, für all Deinen Einsatz, der jetzt auch wieder in Hinsicht die Auenwaldhocketse und auf das 25-jährige Jubiläum sichtbar wird, danken wir Dir ganz herzlich.
Von Herzen danke ich auch meinem Stellvertreter Kurt Keser. Du hast bei vielen Ereignissen, insbesondere bei der Weinprobe mitgeholfen, und ohne deine konstanten Berichte aus der Partnerstadt wären unsere Auenwalder nicht so gut und gründlich informiert. So begegnen sie wöchentlich der Partnerschaft und leben bewusst oder unbewusst mit ihr.
Ganz besonders danke ich Dir, liebe Margrit Huberle, ohne Deine konstante Begleitung und Mitdenken und Mitraten, und Mithilfe würde vieles nicht zustande kommen. Manches habe ich vorher erwähnt. Als Kassenführerin leistest Du zusätzlich Arbeit, z.B. für die umfangreichen Buchungen anlässlich der Fahrt an die Loire. Dies ist noch dazu eine Arbeit, die dir nicht furchtbar lieb ist, und es sei nicht verschwiegen, dass Du sehr bereit bist, einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin einzuarbeiten. Dank für alles, was Du in diesem letzten Jahr für die Partnerschaft getan hast.
Ich danke ebenfalls den beiden Kassenprüfern, Herrn Cyriakus, der dieses Amt schon seit Gründung des Komitees innehat und Herrn Stuhlmann, der seit dem Ausscheiden von Herrn Matyas das Amt übernommen hatte, für ihre zuverlässige Arbeit, die wir dringend benötigen, damit das Finanzamt mit allem zufrieden ist und uns der Gemeinnützigkeitsstatus erhalten bleibt. Herr Stuhlmann möchte aus Altersgründen nicht mehr kandidieren und wir bedanken uns bei ihm für die Zeit, die er für unser Komitee ehrenamtlich investiert hat.
Ein besonderer Dank gilt unserem stets aktuellen Homepage-Verantwortlichen Klaus Hiddeßen, der in diesem Jahr sehr viel zu tun hatte. (Unser Link http://partnerschaft-auenwald.de wird leider gar nicht oft genug aufgerufen, obwohl wir immer aktuell sind. Ich denke, wir müssten ihn mehr verbreiten und vielleicht in den Titel im Mitteilungsblatt aufnehmen.) Insbesondere aber für die Loirefahrt hast Du sehr viel Arbeit gehabt, Du hast Mitfahrer geworben, die umfangreichen Infomappen hergestellt, während der Fahrt ständig mit organisiert und am Ende noch die CDs zusammengestellt und kopiert. Dank für alles.
Dank auch an alle Mitglieder, die sich an unterschiedlichsten Stellen in die Arbeit mit eingebracht haben, an alle, die ihre privaten Kontakte in die Partnerstadt pflegen und so unser Arbeit mit tragen.
Wir haben im vergangenen Jahre einige neue Mitglieder gewonnen. Darüber freuen wir uns sehr und wir hoffen, dass wir mit unserer Arbeit das Vertrauen aller Mitglieder bestätige
n können.

Ulrike Rückrt



Besuch des Motorradclubs aus Beaurepaire beim MC Trailhof

Am 12. Motorradtreffen des MC Trailhof nahm auch eine Delegation des Motorradclubs aus unserer Partnerstadt Beaurepaire mit der Präsidentin Evelyne Güraros teil. Sie waren über den Empfang, den ihnen der MC Trailhof bereitete, begeistert: "Nous étions reçus comme des princes!" Für die Strecke von fast 800 Kilometern, die sie zu diesem Fest zurückgelegt haben, wurde ihnen der Pokal für die am weitesten angereiste Mannschaft verliehen.


Die beiden Vorsitzenden des Partnerschaftskomitees Ulrike Rückert und Kurt Keser konnten die Delegation auf dem Festgelände begrüßen und ihnen allen ein Buch über das Weissacher Tal und eine Informationsbroschüre über die Geschichte der Partnerschaft, sowie Schokolade und Studentenfutter als Wegzehrung für die Heimreise mitgeben.
Für das nächste Jahr wurde bereits ein Termin zum Gegenbesuch in Beaurepaire verabredet, bei dem die zum Teil Jahrzehnte alten Freundschaften, die Basis dieses Austausches sind, erneuert und neue Kontakte der Motorradfreaks geknüpft werden können.
2012 soll in Beaurepaire das 25-jährige Jubiläum der Partnerschaft gefeiert werden. Wir freuen uns, wenn dann weitere Vereine im Jubiläumsjahr mit in die Partnerstadt fahren und ihre Partnervereine besuchen, neue Kontakte vermitteln wir gerne.








Fahrt zur 700-Jahrfeier nach Beaurepaire

v. Kurt Keser

A u e n w a l d (kk) Über 90 Auenwalder Partnerschaftsfreunde waren mit 2 Bussen , Motorrädern und Pkw. in die Partnerschaftsgemeinde gereist, um an der 700-Jahrfeier von Beaurepaire teilzunehmen. Mit dabei waren Schüler des Französisch-Kurses der Grundschule Unterbrüden/Oberbrüden mit ihren Eltern zusammen mit Schulleiter Werner Pabst und der Französisch-Lehrerin Margrit Huberle, der MC Trailhof sowie Vertreter der Freiwilligen Feuerwehr Auenwald.
Pünktlich um 6 Uhr brach man an der Auenwaldhalle zur Frankreichreise auf. Die Reise ging zunächst über die Rheintalautobahn bei Weil am Rhein über die Grenze in die Schweiz zum Genfer See, dort wurde in Morges bei Genf bei strahlendem Sonnenschein eine 2-stündige Pause an der malerischen Uferpromenade beim Jachthafen gemacht.
Danach wurde die Fahrt über Genf sowie eine neue Autobahn Richtung Annecy (A 41), eine der schönsten Autobahnen Frankreichs, vorbei am Lac de Bourget und der A 48 bis Ausfahrt Rives, der D 519 durch die Ebene der Bièvre bis zum Reiseziel Beaurepaire fortgesetzt, wo man am Salle Polyvalente bereits erwartet wurde.
Die Auenwalder Gäste wurden von Bürgermeister Philippe Mignot herzlich begrüßt, die Quartierverteilung übernahmen die Komiteevorsitzenden Monique Galfione und Ulrike Rückert, die auch übersetzte, Bürgermeister Karl Ostfalk bedankte sich nochmals für die Einladung zur 700-Jahrfeier, die man gerne angenommen habe. Danach wurde bei kühlen Getränken auf die Freundschaft und die Partnerschaft angestoßen. Den Abend verbrachten die meisten bei den Familien der Gastgeber.
Am zweiten Tag führte ein Ausflug zunächst nach Saint-Antoine l'Abbeye, einem malerischen, mittelalterlichen Ort, der weitgehend unter Denkmalschutz steht. Saint-Antoine mit seiner besonderen Architektur war über Jahrhunderte eine Hochburg der Pilgerfahrt auf dem Jakobsweg. Der Ort trägt seinen Namen nach dem heiligen Antonius, dessen Reliquien der Ortsvorsteher um etwa 1070 von einer Pilgerreise ins heilige Land mitbrachte. Von nun an hieß das Dorf Saint - Antoine.
Am Ende des 11 Jahrhunderts begannen die Benediktiner mit dem Bau der Abtei. Ein Hospital wurde ebenfalls gegründet, danach wurden die Benediktiner vom Papst abberufen und durch die Hospitalbrüder Kanoniker genannt, ersetzt. Sie bekämpften das Antoniusfeuer, eine Krankheit die durch pilzbefallenen Roggen verursacht wurde. Im Laufe der Zeit bauten sie noch weitere Hospize. Die Abteikirche ist eine der schönsten gotischen Kirchen Südostfrankreichs mit ihrer sehenswerten Orgel, auf der gerade gespielt wurde, sowie den Nussbaum- und Eichenholzverkleidungen an der Sakristei, ist sie ein Juwel unter den historischen Kirchen Frankreichs.
Auf der Weiterfahrt in Richtung Vienne wurde Lac de Roybon auf einer gut ausgestatteten Freizeitanlage eine Picknickpause eingelegt, die meisten Auenwalder hatten einen vollen Picknickkorb von den Gastgebern dabei. Einige Gastgeber machten den Ausflug auch mit. Am Nachmittag wurde die ehemalige Römerstadt Vienne besucht, nach einem Spaziergang zum Augustustempel und dem antiken Theater, blieb sogar noch etwas Zeit für einen Kaffee oder etwas Erfrischendes.
Nach der Rückkehr in Beaurepaire traf man sich bei den Gastgebern zum Abendessen, das oft sehr umfangreich war. Um 21 Uhr fanden sich die meisten Gastgeber und Gäste zur Aufstellung des Umzugs beim ehemaligen Bahnhof ein, mit dabei 17 Moto-Biker vom MC Trailhof, die Grundschüler aus Unter-/Oberbrüden und die örtlichen Vereine.
Vom Bahnhof aus bewegte sich das Défilé durch die Straßen der Stadt zum Salle Polyvalente, dort wurde um 22 Uhr 30 aus Anlass des französischen Nationalfeiertags ein wohl einmaliges Feuerwerk gezündet, mit Kommentaren über das Zeitgeschehen in den 700 Jahren seit Bestehen Beaurepaires, das Ganze wurde noch musikalisch umrahmt. In dieser Form wird es dieses pyrotechnische Kunstwerk wohl kaum mehr geben, es gab dafür langanhaltenden Applaus. Mit dem Bal-populaire klang dieser eindrucksvolle Tag bei Tanz und Unterhaltung im Freien aus.
Am 14. Juli, dem französischen Nationalfeiertag, traf man sich vor einem der 3 ehemaligen Stadttore, um dem Ausrufertrio des Belli Riparii bei den historischen Texten zuzuhören, sie verkündeten wichtige Erlässe, oder wer von den Ausländern, das waren alle Nicht-Beaurepairer unter welchen Bedingungen Zutritt in die Stadt bekam, bzw. was dafür zu bezahlen war. Ehebrecher hatten seinerzeit in Beaurepaire 40 Sol (bzw. Sou) Strafe zu bezahlen. Die Ausrufer wurden von einem Musikduo musikalisch begleitet, langsam folgten die Besucher in Richtung Theater im Grünen, an jedem Tor wurde Halt gemacht. Auf dem Festplatz beim neuen Departementshaus wurde die Menschenschlange vom Orchester l'Echo de la Valloire musikalisch empfangen. Auf die 550 Gäste wartete hier eine mittelalterliche Mahlzeit, es gab Siedfleisch mit einer Beilage aus einem Getreide ähnlich dem Dinkel, danach wurden noch Pfirsiche und ein neuzeitlicher Espresso serviert.
Bei dieser Gelegenheit wurden auch die Gastgeschenke übergeben. Auenwalds Bürgermeister Karl Ostfalk übergab seinem Beaurepairer Kollegen Philippe Mignot eine Europafahne (die man im letzten Jahr beim 20-jährigen Partnerschaftsjubiläum in Auenwald überreicht bekam) sowie eine französische und deutsche Flagge zusammen mit einer Konsole für die Fahnen, dazu eine Großaufnahme, die Philippe Mignot beim letztjährigen Jubiläum auf Schloss Ebersberg zeigt. Für das Berufsschulzentrum CFAI, das die Jubiläumsplakette für Auenwald fertigte, erhielt er eine Urkunde und zum Dank einen Geldbetrag. Vom Auenwalder Partnerschaftskomitee überreichte die Vorsitzende Ulrike Rückert an die Vorsitzende des Comité de Jumelage Monique Galfione 2 Geschenkkörbe. Die Auenwalder Freunde erhielten 1 Korb mit Wein und Produkten der Region.
Bürgermeister Mignot brachte nochmals seine Freude über den Auenwalder Besuch zum Ausdruck,
Bürgermeister Ostfalk bedankte sich für die herzliche Aufnahme und die Gastfreundschaft. Bei seinen Reden begrüßte er besonders, dass einige Auenwalder Familien nach Beaurepaire mitgekommen sind, denn dies ist die Zukunft der Partnerschaft. Sein Dank ging an die erste Vorsitzende des Partnerschaftkomitees Ulrike Rückert für ihren Einsatz für die Partnerschaft und als Übersetzerin, an Waldemar Fuderer, Werner Pabst und Margrit Huberle für die Organisation dieser Reise.
Zum Abschluß bedankten sich die Französisch-Schüler unter der Leitung von Margrit Huberle und der Akkordeonbegleitung durch Waldemar Fuderer musikalisch mit den Liedern: "Si tu as la joie au coeur, dit merci", sinngemäß: wenn du dich von Herzen freust, sage danke, "Comme les enfants dansent", wie die Kinder tanzen. Für ihren Auftritt im Partnerschafts - T-Shirt gab es kräftigen Applaus.
Einige Gäste besuchten anschließend noch das neue interkommunale Freibad, um sich bei der Schwüle und 33° C. etwas zu erfrischen. Das Badewasser hatte an diesem Tag eine Temperatur von 29 °, es wird über Sonnenkollektoren beheizt. Das Freibad ist in einen Sport- und Freizeitpark mit Camping-Platz integriert.
Die Reisenden des Busses Nr.2 fuhren nach 16 Uhr am Salle Polyvalente ab. Zur Verabschiedung kamen Bürgermeister Mignot und sein Vorgänger Nucci (er war auch bei der Begrüßung dabei) sowie die Gastgeber, es gab viel Händeschütteln, Umarmungen und Küsschen und den Wunsch "bon voyage".
Nach zügiger Fahrt bei teilweise strömendem Regen (ab Berner Oberland) kam der Bus um 1 Uhr 15 in Auenwald an.
Der Bus Nr. 1 mit den Schülern fuhr am nächsten Morgen um 8 Uhr ab und erreichte Auenwald am Spätnachmittag. Die Mitglieder des MC-Trailhof (sie übernachteten auf dem Sportplatz von Beaurepaire)
waren nach 12-stündiger Fahrt über Nationalstraßen und Autobahn am Abend des 14.Juli wieder in Auenwald.


Bericht zum Austausch vom 17.-20.Mai 2009

Es ist 17.45h am Sonntagabend, als der französische Bus mit 33 Schülern und ihren 5 Begleitern an der Auenwaldhalle vorfährt und damit die Spannung auf einem Höhepunkt angelangt ist.

Manch einer der deutschen Schüler erwartet seinen Freund , den er im vergangenen Jahr in Beaurepaire gefunden hat, für andere ist es die erste „hautnahe“ Begegnung mit dem französischen Brieffreund. Ganz zu schweigen von den Lehrern, die seit Jahren in diesen Austausch involviert sind, sich gut kennen und sich auf die gemeinsamen Tage freuen. Der Jubel ist groß und demzufolge die Begrüßung herzlichst, die Verteilung auf die Gastfamilien geht zügig. Nach Brezel und Getränk (vielen Dank der Gemeinde!) verbringen alle Gäste den Abend in ihren Familien. Auch der Chauffeur ist wie immer in einer Familie untergebracht und findet, damit er kein Heimweh bekommt, weil er ganz alleine ist, Stofftiere in seinem Bett vor.

Am Montag starten dann fast 90 Kinder nach Ludwigsburg und bekommen im Schloss einen Einblick in die Lebensweise vergangener Jahrhunderte. In der Ahnengalerie spazieren wir nach altem Stil – vier Schritte schreiten, danach sich zueinander drehen und die Révérence erweisen - , unter dem großen Kronleuchter im Eingansbereich bringen wir mit lautem, einmaligem Klatschen den Lüster zum Vibrieren und haben den Eindruck, der an die Decke gemalte Adler würde anfangen zu flattern, im Thronsaal verbeugen wir uns in ehrerbietiger Haltung und warten auf die erlösenden Worte des Königs, nach denen wir uns erheben dürfen, wir werfen auch einen Blick in die Unterkünfte der Dienerschaft, wir besichtigen das immer noch funktionierende Theater und dürfen dort singen,........

Auf dem nahegelegenen Spielplatz lassen sich Schüler und Begleiter zu einem ausgiebigen „Pique-nique“ nieder, anschließend geht es in den Märchengarten. Zuerst macht jedes Kind seine Erfahrung beim Bootfahren, die Schlange nimmt kein Ende, und dann geht’ s in kleinen Gruppen auf Begegnungstour mit Schneewittchen, Max und Moritz, einer schwäbischen Hexe, Schneeweißchen und Rosenrot oder Rapunzel, deren Zopf unermüdlich auf- und niedersteigt.

Zwei Stunden dauert der Weg durch das Gelände, viel Information und Spaß stürmen auf die Kinder ein, auch die Franzosen sind mit dem einen oder anderen deutschen Märchen vertraut. Am Ende des gemeinsamen Ausflugstages erwartet uns im Pfarrgarten eine nicht enden wollende Tafel mit allen guten Gaben der Eltern unserer Französischschüler (grandios!). So gestärkt geht jedes Kind am späten Nachmittag nach Hause.

Der Dienstagvormittag steht dann ganz im Zeichen der Schulpartnerschaft, und so nehmen alle französischen Gäste am „normalen“ Unterricht ihrer Gastgeber teil. Da wird gebastelt und geschrieben, Geometrie betrieben, gesungen. Die Steine der Peterskirche erzählen spannende Geschichten, Bruno erweckt die Orgel zum Klingen. Bei sportlichen Ballspielen werden Franzosen und Deutsche auf dem Sportplatz zu verschworenen Mannschaften. Alles in allem ein gelungener Schulalltag, der in dieser Form nur mit der Unterstützung a l l e r Kollegen und der tatkräftigen Hilfe der Schüler der Klassen 10 und 11 des Bize möglich ist !!!!!

Der Nachmittag ist dann den Familien zugedacht und wird mit gemeinsamen Aktionen bewältigt, man trifft sich im Freibad, macht Wanderungen in unsere schöne Umgebung, trifft sich auf dem Zwiebelberg oder auf dem Ebersberg zum gemeinsamen Feiern, Spielen und Grillen.

Am Mittwochmorgen stehen 33 müde, aber glückliche französische Kinder abermals an der Auenwaldhalle, daneben ihre deutschen Freunde, ebenso müde, aber glücklich - und traurig, dass diese schöne Zeit schon wieder vorbei ist. Der Bus steht unwiderruflich zur Abfahrt nach Beaurepaire bereit. Wie schwer doch der Abschied nach einem solchen „Austausch“ fällt!!!!!!!!!!!!!!! Also dann: bis zum nächsten Mal !!!!!!!!!!!!!!

Einige Familien werden nur kurze Zeit auf dieses Wiedersehen warten müssen: Haben sie sich doch schon für die Fahrt zur 700Jahr-Feier im Juli in Beaurepaire angemeldet!

An dieser Stelle sei allen gedankt, die die letzte Woche zu einem Ereignis besonderer Klasse werden ließen:

- Bürgermeister Ostfalk für die Gemeinde,

- Frau Rückert und Herrn Keser für das Partnerschaftskomitee,

(die Unkosten für den ganzen Ausflugstag aller Kinder teilen sich Gemeinde und Komitee),

- dem gesamten Kollegium, allen voran Schulleiter Pabst, der diese schulische Partnerschaft wie seinen Augapfel hegt und pflegt, und Michaela Venturini

- den Eltern und Kindern für ihre Gastfreundschaft

(wie mir unsere französischen Lehrer schon geschrieben haben, sei das herausragende

Wort ihrer Schüler die überwältigende „gentillesse“ (Freundlichkeit) der deutschen

Familien gewesen)

- den Schülern vom Bildungszentrum.

Sicherlich sind auch dieses Mal wieder Grundsteine für eine neue, lange Freundschaft gelegt worden, denn häufig war zu hören: au revoir et à bientôt!

Merci sagt Margrit Huberle



 

 


Der Vorstand des Partnerschaftskomitees seit seiner Gründung bis 12.03.2009


von links nach rechts:
Manfred Packmor, Kassenführer - Kurt Keser, stellvertetender Vorsitzender -
Bürgermeister Ostfalk, im Vorstand kraft Amtes - Ulrike Rückert, 1.
Vorsitzende - Waldemar Fuderer, Schriftführer - dazu die Kassenprüfer Franz
Matyas und Michael Cyriacus



Hier können Sie die Reden von BM Ostfalk, Robert Antretter und der Vorsitzenden Ulrike Rückert anläßlich der Feier zum 20jährigen Bestehen der Partnerschaft mit Beaurepaire nachlesen:

Begrüßung durch Bürgermeister Karl Ostfalk
bei der Feier zum 20jährigen Bestehen der
Partnerschaft mit Beaurepaire
am 05. Juli 2008 im Schlosshof Ebersberg

Meine sehr verehrten Damen und Herren,
ich darf Sie auch im Namen des Gemeinderats und des Partnerschaftskomitees alle ganz herzlich hier im Hof des Schlosses Ebersberg begrüßen. Es ist mir eine besondere Freude und eine große Ehre Sie, sehr geehrtes Ehrenmitglied der parlamentarischen Versammlung des Europarates und früherer Bundestagsabgeordneter, Robert Antretter, hier bei uns begrüßen zu dürfen.
Lieber Herr Antretter, heute freuen wir uns doppelt auf Sie. Zum einen werden Sie uns im Anschluss die Ehrenfahne des Europarats überreichen und darüber hinaus auch noch den Festvortrag halten.
Ich freue mich, dass ich heute auch unseren Bundestagsabgeordneten Norbert Barthle von der CDU bei uns begrüßen darf, der uns immer wieder tatkräftig unterstützt.
Mein ganz besonderer Gruß und ein herzliches Willkommen gilt Ihnen sehr geehrter Philippe Mignot, meinem neuen Bürgermeisterkollegen aus Beaurepaire. Sie haben als erster Bürgermeisterstellvertreter von Beaurepaire schon über viele Jahre unsere Partnerschaft sehr unterstützt.
Herzlich Willkommen auch den früheren Bürgermeistern Auenwalds Peter E. Friedrich, Jürgen Richter und Walter Schmitt.
Herzliche Grüße gelten außerdem den Mitgliedern des Gemeinderats aus Beaurepaire und Auenwald und den Mitgliedern beider Partnerschaftskomitees, an der Spitze die Vorsitzenden Frau Galfione und Frau Rückert,
den Vertretern der Kirchen, der Schulen, der Vereine, der Polizei sowie allen Bürgerinnen und Bürgern aus Beaurepaire und Auenwald.
Meine sehr geehrten Damen und Herren,
vor fast 21 Jahren wurde in Beaurepaire und ein Jahr später in Auenwald die Gemeindepartnerschaft zwischen Auenwald und Beaurepaire mit einer Urkunde mit der Überschrift "Die Zukunft bauen" offiziell unterzeichnet. An diesem Wochenende wollen wir nun gemeinsam mit unseren Freunden aus Beaurepaire das 20 jährige Jubiläum feierlich begehen.
Ich hoffe, dass Sie alle eine gute Anreise hatten, dass Sie nette Gastgeber haben und die Eröffnung der Auenwald-Hocketse gestern Abend gut überstanden haben.
Ich darf nun das Wort an meinen Kollegen Philippe Mignot aus Beaurepaire übergeben.


Rede von Bürgermeister Karl Ostfalk
zum 20jährigen Bestehen der Partnerschaft
mit Beaurepaire am 05. Juli 2008
im Schlosshof Ebersberg

Meine sehr verehrten Damen und Herren,

vor zwanzig Jahren haben sich Auenwald und Beaurepaire gemeinsam verpflichtet, Beziehungen zwischen den Bürgern zu schaffen, zu unterhalten und zu entwickeln. Unsere Bürger sollten einander kennen lernen und sich näher kommen, auch mit dem Ziel, dass daraus eine gemeinsame europäische Identität entsteht.

Damals, 25 Jahre nach dem Vertrag über die deutsch-französische Zusammenarbeit, wurden aus ehemals verfeindeten Nachbarn zuerst Partner und dann Freunde. Langfristiges Ziel war und ist es, aus den Partnern Freunde oder sogar Brüder werden zu lassen.
Vor zehn Jahren wurde bekräftigt, dass wir weiterhin gemeinsam an der Zukunft unserer Gemeinden, an der Zukunft der nachfolgenden Generationen und an der Zukunft Europas bauen wollen.

Sichtbares Zeichen für unser Engagement ist die Ehrenfahne des Europarats, die uns soeben vom Ehrenmitglied der parlamentarischen Versammlung des Europarats Robert Antretter überreicht wurde. Ich darf mich hier nochmals beim Europarat für die Verleihung und ganz besonders bei Ihnen, Herr Antretter, für Ihre vielfältige Unterstützung, für die Übergabe der Ehrenfahne sowie für ihren hervorragenden Festvortrag bedanken.

Meine Damen und Herren,
ich bin davon überzeugt, dass wir, wenn wir uns in Auenwald und Beaurepaire weiterhin gegenseitig unterstützen, dass beide Gemeinden in eine lebenswerte gemeinsame Zukunft steuern.
Der Ausspruch "Gemeinsam sind wir stark" trifft auch auf unsere Partnerschaft zu.

Der eigentliche Ursprung unserer Partnerschaft ist zuerst bei den Familien Keser und Gonon und später beim Bürgerverein Ebersberg zu finden. Schon 1978, also vor dreißig Jahren, gab es einen Schüleraustausch mit Sigrid Keser und Sylvie Gonon und 1981 nahm die "Harmonie Echo de la Valloire" erstmals am Schlossfest teil. Herzlichen Dank an die beiden Familien, den Bürgerverein und die Harmonie.

Die weiteren gegenseitigen Besuche der Vereine und zahlreicher Familien verstärkten das "Wir-Gefühl". Wichtig war es, dass sich die Bürger und die Vereine gefunden und schätzen gelernt haben.

Ein wesentliches Element, um gegenseitige Vorurteile abzubauen und die Nachbarn jenseits des Rheins besser kennen und verstehen zu lernen, ist die jeweilige Fremdsprache.
Seit 1991 bieten wir deshalb in unseren Grundschulen den von der Gemeinde finanzierten freiwilligen Französischunterricht an.
Er ist Grundlage für die Schüleraustausche unserer Grundschulen Unter-/Oberbrüden mit der Ecole Luzy Dufeillant sowie der Grundschule Lippoldsweiler mit der Ecole La Poyat oder unserem Bildungszentrum mit dem Collège Luzy Dufeillant.

Wenn wir es unseren Kindern auch in Zukunft ermöglichen bzw. es neu schaffen, die deutsche bzw. die französische Sprache in den Schulen zu lernen, sehe ich für die zukünftigen Generationen auch eine erstklassige Basis, noch viele, viele Jahre nicht nur Partner sondern Freunde bzw. Brüder zu sein.

Die Freundschaften in unseren beiden Gemeinden haben sich über die vielen Jahre bei uns Erwachsenen bzw. zwischenzeitlich schon etwas älteren Bürgerinnen und Bürgern gefestigt.

Zwischen Auenwald und Beaurepaire sind in den vergangenen gut zwanzig Jahren zahlreiche Kontakte und Freundschaften entstanden.
Für mich persönlich war schon beim Amtsantritt klar, dass ich unsere Partnerschaft mit ganzer Kraft weiter fördere, wie es schon meine Vorgänger getan haben, denen ich dafür ausdrücklich danke.

Eine Bestätigung habe ich gleich bei meinem Antrittsbesuch erhalten als ich in Beaurepaire von allen herzlich begrüßt und in der Partnerschaftsfamilie offen aufgenommen wurde.

Im vergangenen Jahr wurde eine fantastische Partnerschaftsfeier vorbereitet und durchgeführt, bei der wir drei Tage lang Beaurepaire beim Festzug, Feuerwerk, Nationalfeiertag, buntem Abend, Familienbesuch, ökumenischem Gottesdienst und bei der offiziellen Partnerschaftsfeier hautnah erleben konnten.

Mein damaliger Kollege Christian Nucci brachte es vor der Abfahrt mit der Feststellung auf den Punkt: Es war ein Feuerwerk der Gefühle.
Ein sehr ergreifender Moment für mich war dabei, als es mir auf dem Place Yves Pagnieux gestattet wurde, als erster Bürgermeister von Auenwald, vielleicht sogar als erster Deutscher, am Ehrenmal für die vier Beaurepairer Bürger, die von der deutschen Wehrmacht im August 1944 erschossen wurden, einen Kranz niederzulegen und bei den Opfern und Angehörigen um Vergebung zu bitten.

Auch an diesen Tagen war wieder der lebendige Geist unserer Partnerschaft und Freundschaft deutlich zu spüren.

Viele Organisationen und zahlreiche Mitbürgerinnen und Mitbürger haben sich um die Partnerschaft verdient gemacht. Stellvertretend für alle möchte ich deshalb nur drei Personen hervorheben und ihnen ganz besonders für ihr Engagement danken.

Es sind dies die Vorsitzende des Partnerschaftskomitees in Beaurepaire, Madame Monique Galfione, und die Vorsitzende unseres Partnerschaftskomitees, Frau Ulrike Rückert. Beide haben durch ihr vorbildliches Engagement die Partnerschaft belebt und immer wieder neue Impulse gegeben.

Der Motor, der die Impulse häufig in Taten umgesetzt hat und mich bzw. meine Vorgänger tatkräftig unterstützt hat, ist mein Mitarbeiter Waldemar Fuderer.

Dieses kleine Präsent kann nur das kleine sichtbare Zeichen meiner großen Wertschätzung ihrer Arbeit sein.

Ein weiterer ganz wichtiger Dank geht an all die Familien, die es schon zwanzig Jahre lang ermöglichen dass ihre und unsere Gäste so liebenswert untergebracht und versorgt werden.

Ein besonderer Dank geht an die Gewerbeschule in Beaurepaire für die sichtbaren Zeichen unserer Partnerschaft - die schönen Plaketten unserer Länder mit den beiden Gemeinden darauf - die in Beaurepaire an der Schule Ecole Gambetta und in Auenwald am Rathaus unsere Bürger sowie all unsere Gäste daran erinnern, dass wir schon über zwanzig Jahre lang Freunde und Brüder sind und damit an der Stärkung eines gemeinsamen Europas gebaut haben und weiter bauen werden.

Die Fortsetzung unserer lebendigen Gemeindepartnerschaft und Festigung der gewonnenen Freundschaft und die Bewahrung des gegenseitigen Vertrauens soll unser Ziel für die Zukunft sein.

Ein herzliches Dankeschön gilt auch den Pfadfindern die uns ihr bzw. "unser" Schloss für dieses Wochenende zur Verfügung gestellt haben.

Allen Mitwirkenden am Programm u.a. dem Musikverein Oberbrüden, der Trachtenkapelle des Bürgervereins Ebersberg, dem Gesangverein Frohsinn Unterbrüden und dem Gesangverein Sängerlust Oberbrüden, darf ich herzlich für die die erstklassige musikalische Umrahmung der Partnerschaftsfeier danken.

Meinen Mitarbeitern in Rathaus und Bauhof danke ich für die gute Vorbereitung der Feier.

Zum Abschluss wollen wir alle gemeinsam die Europa-Hymne singen. Nicht nur die Musik- und Gesangvereine, sondern auch die Gäste.

Ich darf Sie alle anschließend in die Auenwaldhalle zum gemeinsamen Mittagessen einladen.
Um 14 Uhr wird die Harmonie Echo de la Valloire & Choeur Val´Canto ein Konzert mit amerikanischen Musicalmelodien geben.
Für Sportbegeisterte gibt es ab 14 Uhr auf dem Sportplatz Oberbrüden das C-Junioren-Fussballturnier.
Auf der Hocketse geht es um 19 Uhr mit Livemusik auf der Bühne und mit einem DJ im Rathaushof weiter
Morgen früh ab 9 Uhr startet am Festplatz der erste Auenwaldlauf und um 10 Uhr findet in der Auenwaldhalle der gemeinsame ökumenische Gottesdienst mit Kirchenchor und Posaunenchor statt.
Ich hoffe, viele von Ihnen nehmen das reichhaltige Angebot war.

Nach dem Lied fahren wir alle direkt zur Auenwaldhalle zum Mittagessen.
Herzlichen Dank für ihre Aufmerksamkeit und ihre Unterstützung.


Ansprache von Robert Antretter
Ehrenmitglied der Parlamentarischen Versammlung des Europarats
aus Anlass der Verleihung der Ehrenfahne des Europarats
an die Gemeinde Auenwald
im Rahmen der Partnerschaftsfeier am Samstag, den 5. Juli 2008
im Schlosshof Ebersberg


Anrede,

es gab gute Gründe für den Europarat, der Gemeinde Auenwald die hohe Auszeichnung der ältesten europäischen Völkerfamilie zuzuerkennen.

Ihre Gemeinde pflegt eine lebendige Partnerschaft mit der französischen Stadt Beaurepaire. Seit 21 Jahren vertiefen Sie diese geschwisterlichen Beziehungen mit vielfältigen Aktionen der beiden Kommunen, der Vereine und des Partnerschaftskomitees auf Auenwalder Seite.

Neben der Partnerschaft mit Beaurepaire hat die Gemeindeverwaltung Auenwald Kontakte zur ungarischen Gemeinde Telki in der Nähe von Budapest.

Ihre Aktivitäten im Rahmen der Partnerschaftsarbeit haben die Parlamentarier des Europarats sehr beeindruckt. Das gilt für Ihr anhaltendes über zwei Jahrzehnte währendes Wirken ebenso wie die unmittelbar zurückliegenden Ereignisse.

Erfreut haben die Parlamentarier zur Kenntnis genommen, dass die Französischlehrerinnen mit den Grundschülern französische Weihnachtslieder wie "Petit Papa Noel" einüben, um jedes Jahr die Besucher des Weihnachtsmarktes zu unterhalten. Auch beim zurückliegenden Weihnachtsmarkt konnten Sie ihren Mitbürgerinnen und Mitbürgern wieder zeigen, wie viel Ihr freiwilliger Französischunterricht an den beiden Grundschulen leistet und dass sich der Einsatz vieler hilfsbereiter Eltern wieder gelohnt hat; denn mit den Erlösen des Weihnachtsmarkts werden jeweils soziale Einrichtungen in Beaurepaire unterstützt.

Damit die Grundschüler ihre französischen Sprachkenntnisse weiter vertiefen können, fahren sie regelmäßig zum Austausch nach Beaurepaire. Finanziell unterstützt wird dieser Austausch vom Partnerschaftskomitee und der Gemeinde Auenwald. Allein für diesen Beitrag zur Vertiefung freundschaftlicher Beziehungen im frühen Kindesalter gilt Ihnen Dank und Anerkennung. Ich bin mir aber sicher, den größten Dank bekommen Sie, die Lehrerinnen und alle anderen, die diese Aufgabe auf sich nehmen, von den Schülerinnen und Schülern selbst. Zum Beispiel mit dem schlichten Satz einer zehnjährigen Schülerin, die geschrieben hat "Ich möchte wieder nach Frankreich".

Beeindruckend stellt sich auch Ihre Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Backnang dar, die mit finanzieller Unterstützung des Partnerschaftskomitees und der Gemeindeverwaltung Auenwald Kurse für Anfänger und Fortgeschrittene anbietet.

Eindrucksvoll fanden die Parlamentarier auch, dass es Ihnen gelingt, die unterschiedlichen Lebenswirklichkeiten, Kulturen und Gebräuche auf den verschiedensten Feldern einander gegenüberzustellen und sich miteinander darüber auszutauschen, sei es beim Berlinbesuch im Jahr 2004, bei dem Sie am Brennpunkt vor allem der jüngeren deutschen Geschichte demonstrieren konnten, wohin Unfreiheit und Diktatur münden und welche Hoffnung eine freiheitliche Gesellschaft wecken kann.

Für die Beteiligten unvergesslich war sicher auch die erneute Begegnung mit französischen Landwirten im Jahr 2006 hier in Auenwald mit fachlichem Meinungsaustausch, Besichtigungen und Diskussionen über die Landwirtschaftspolitik in Deutschland, Frankreich und der EU.

Ein Höhepunkt Ihrer zwanzigjährigen Partnerschaftsarbeit war gewiss das Jubiläumstreffen vom 13. bis 15. Juli 2007 in Beaurepaire. In zwei Bussen fuhren Sie mit rund 120 Gästen in Ihrer französische Partnerstadt und eine 25köpfige Gruppe des Motorradclubs Trailhof hat schon eine Nacht auf dem Campingplatz in Beaurepaire verbracht, bevor die große Delegation eingetroffen ist. Vertreter aus Auenwald und des Motorradclubs Auenwald und der Chor Val'Canto haben zusammen mit einem gemeinsamen ökumenischen Gottesdienst in der Kirche Saint Michel, der zweisprachig zelebriert wurde, Bürgermeister Nucci bewegt, zu sagen, dass dieses Fest "ein Feuer der Gefühle" war.

Einen besonderen Beitrag dazu haben aber Sie geleistet, sehr geehrter Herr Bürgermeister und sehr geehrte Frau Vorsitzende des Partnerschaftskomitees, in dem Sie einen Kranz für die vier von der deutschen Wehrmacht in Beaurepaire erschossenen Widerstandskämpfer niedergelegt und in bewegenden Worten der Ereignisse vor nunmehr 64 Jahren gedacht haben. Damit sind Sie symbolisch für Ihre Gemeinde den Weg weitergegangen, den Konrad Adenauer und Charles de Gaulle vorgezeichnet haben, den Willy Brandt im Warschauer Ghetto uns als Orientierung gegeben hat und dessen Richtigkeit Helmut Kohl und François Mitterrand vor dem Gräberfeld von Verdun mit ihrem Händedruck bekräftigt haben, auch als Ermahnung, dieses kostbare Gut unserer Freundschaft nie mehr aufs Spiel zu setzen.

Denn unvorstellbar lange hat es gedauert, bis die Idee der innereuropäischen Versöhnung Wirklichkeit wurde. Viele Jahrhunderte reichen die Bemühungen zurück. 1166 Jahre alt ist diese Idee. Die Enkel Karls des Großen haben sie 842 in den Eiden von Straßburg auf deutsch, französisch und lateinisch formuliert. Das war etwa 384 Jahre bevor die Burg Ebersberg erstmals urkundlich erwähnt wurde.

Was danach kam, wissen wir aus den Geschichtsbüchern und viele von uns manches noch aus eigenem Erleben. Jahrhunderte lange Feindseligkeiten und Kriege.

Und wenn wir heute, im neunten Jahr des dritten Jahrtausends zurückschauen, müssen wir feststellen, dass das vergangene Jahrhundert wie kaum ein anderes geprägt war von Krisen, Konflikten und Kriegen. Es wird als Epoche verheerender Kriege und lang andauernder alltäglicher Konflikte in Erinnerung bleiben. Es wird aber auch als Jahrhundert in die Geschichte eingehen, in dem die Idee des friedlichen Zusammenlebens der Völker politische Gestalt annahm. Der Europarat und die Vereinten Nationen wurden gegründet. Die Menschenrechte wurden zum verbindlichen Bestandteil der internationalen Politik.

"Friede ist nicht Abwesenheit von Krieg; Friede ist eine Tugend, eine Geisteshaltung, eine Neigung zur Güte, Vertrauen, Gerechtigkeit". So hat es der niederländische Philosoph Baruch Spinoza schon vor über 300 Jahren formuliert.

Und Papst Johannes Paul II. sagte, dass Krieg nie von selbst beginne, dass Krieg zwischen den Menschen schon bei der Missachtung des Nächsten beginne, bei der Feindseligkeit gegenüber dem Nachbarn, bei der Geringschätzung des landsmannschaftlich oder rassisch Anderen.

Aus diesem Geist ist der Europarat vor nunmehr 59 Jahren entstanden, und diesem Geist fühlt er sich heute und in aller Zukunft verpflichtet. Europa ist zwar die Weltregion mit der höchsten Vielfalt unterschiedlicher Sprachen, Kulturen und Lebensformen. Und doch hat es sich von der Antike bis heute stets als Einheit verstanden, die mehr als ein bloßer geographischer Begriff ist. José Ortega y Gasset hat es eindringlicher als alle anderen ausgedrückt: "Machten wir heute eine Bilanz unseres geistigen Besitzes auf, so würde sich herausstellen, dass das meiste davon nicht unserem jeweiligen Vaterland, sondern dem gemeinsamen europäischen Fundus entstammt. In uns allen überwiegt der Europäer bei weitem den Deutschen, Spanier, Franzosen. Vier Fünftel unserer inneren Habe sind europäisches Gemeingut."

Dabei wollen wir nicht die Staaten auflösen, die Nation und Heimat gering schätzen, nicht die Völker unkenntlich machen, sondern wir wollen den Frieden zwischen ihnen dadurch sichern, dass sie ihre Souveränitätsrechte in einer immer engeren, unauflöslich organisierten Zusammenarbeit in einer Europäischen Union gemeinsam ausüben. In ihrem Antlitz werden die Völker auch künftig ihre jeweils eigenen unverwechselbaren Züge wiedererkennen können.

In diesem Europa werden die alten Gräber diesseits und jenseits unserer Binnengrenzen immer die Lebenden erinnern, aber sie werden niemals mehr das Leben bestimmen.

Sie, die Bürgerinnen und Bürger von Auenwald haben sich seit über zwei Jahrzehnten bemüht, Ihren Beitrag zum Europa des Friedens und der Freundschaft zu leisten. Ihre Partnerschaftsarbeit zeichnet Sie aus als Gemeinde, die besonders bemüht ist, den Traum von einem in Frieden und Freiheit vereinten Europa in den Alltag des menschlichen Zusammenlebens hineinzutragen. Dafür wurde Ihnen zu Ihrem 10jährigen Partnerschaftsjubiläum im Jahr 1998 bereits das Europadiplom verliehen.

47 Länder bilden den Europarat. Von Reykjavik bis Baku und von Sevilla bis Wladiwostok reicht sein Wirkungsfeld. Eine Milliarde Menschen wohnen auf diesem Teil unseres Planeten. Und ihre Repräsentanten in Straßburg haben einstimmig beschlossen, der Gemeinde Auenwald die hohe Auszeichnung, die ich Ihnen heute überbringen darf, zuzuerkennen.

Ihnen gebührt die Ehrenfahne des Europarats, die ich Ihnen, sehr geehrter Herr Bürgermeister Ostfalk, jetzt überreiche mit der Bitte, sie symbolisch weiterzugeben an diejenigen, die die Prinzipien des Europarats im praktischen Leben verwirklichen, an die Bürgerinnen und Bürger und ganz besonders an die junge Generation Ihrer Gemeinde.


Rede der Vorsitzenden Frau Ulrike Rückert im Rahmen der Partnerschaftsfeier am Samstag, den 5. Juli 2008 im Schlosshof Ebersberg

Meine sehr geehrten Damen und Herren,
sehr verehrter, lieber Herr Antretter,
liebe Freunde unserer Partnerschaft,

20 Jahre:
Als wir uns entschlossen hatten, eine Festschrift herauszubringen zu diesem Jubiläum und begonnen haben, die alten Unterlagen und die Fotos, die uns die Bürger zur Verfügung gestellt haben, zu sichten, haben wir gestaunt: Das ist schon 20 Jahre her? Das war sogar schon 1981, vor Beginn der offiziellen Partnerschaft? 20 Jahre sind keine lange Zeit, eigentlich noch nicht einmal ein Jubiläumsdatum, das beginnt wohl erst mit den 25 Jahren. Und doch ist es für viele von uns ein langer und wesentlicher Anteil unseres Lebens, der auch mit dieser Partnerschaft erfüllt war. Es gibt Familien, die sich tatsächlich seit 1981 immer wieder gegenseitig besuchen, die über die Entfernung der 748 km zwischen unseren Gemeinden diese Spanne ihres Lebens miteinander geteilt haben.
Auenwald und Beaurepaire hatten das große Glück, dass Vereine und Privatpersonen diese Freundschaft begonnen haben; sie haben die Offiziellen für diese Partnerschaft begeistert. Es war nicht der politische Wille von Amtsträgern, sondern die Freundschaft zwischen Menschen, die am Anfang stand.
Wie kann es aber zu einer solchen Freundschaft zwischen einander Unbekannten, durch Nationalität, Sprache und räumliche Entfernung eher Getrennten kommen? Glücklicher Zufall? Gutes Wetter bei der ersten Begegnung, so wie heute? Die richtigen Leute am richtigen Ort? Wie kann es möglich sein, dass über so viele Jahre hinweg, die, die in die Partnergemeinde kommen wollen, Gastfamilien finden, auch wenn diese nicht immer die Sprache ihres Gastes sprechen und umgekehrt? Und dass aus diesen Gastfamilien, die zu Anfang vielleicht sogar Bedenken wegen der fehlenden Verständigungsmöglichkeiten hatten, Freundesfamilien werden?
Es gibt eine überirdische und eine irdische Erklärung: Eigentlich ist es ein Wunder, dass so etwas geschieht, dass zufällig zusammen gewürfelte Menschen sich mögen, weiter Kontakt halten, sich befreunden. Aber es sind eben auch nicht irgendwelche Menschen, Sie! sind nicht irgendwelche Menschen: Wer einen unbekannten Gast - manchmal auch mehrere! - in sein Haus, in seine Familie aufnimmt, ihm, weil man vielleicht noch arbeiten muss, sogar die Hausschlüssel aushändigt - der ist ja schon etwas Besonderes. So bin ich der Meinung, dass es ein "Partnerschaftsgen" geben muss, das manche Menschen haben und manche eben auch nicht. Und dieses "Partnerschaftsgen" ist offensichtlich in unseren Gemeinden außerordentlich verbreitet, wie man an der großen Zahl unserer Gäste und der großen Zahl unserer Gastgeber sehen kann.

Gene haben es so an sich, dass man gar nicht weiß, dass man sie hat, bis jemand kommt, der einen darauf hinweist. Das bringt mich zu den Menschen, die - nachdem die Bewegung einmal von sich aus in Gang gekommen war - diese Funktion als Motoren der Partnerschaft übernommen haben und denen ich heute danken möchte. Vereinsvorstände und Jugendleiter, denn zunächst haben die Vereine selbst für die Unterbringung ihrer Gäste gesorgt. Die effektivste Form der Verbreitung des Partnerschaftsgens ist nun einmal die Mund-zu-Mund-Propaganda: Durch den einen Verein wurden andere Vereine, die Feuerwehr, die Landwirte gewonnen.
Dann neige ich wieder zu der eher überirdischen Erklärung, dass es in beiden Orten Verantwortliche gab, die auch bei der Gemeinde ihre Funktion hatten und noch haben: Ich spreche von der Freundschaft zwischen Patrick Clément, unserem leider viel zu früh verstorbenen Freund, Motor der Partnerschaft in Beaurepaire, und von unserem Hauptamtsleiter bei der Gemeinde und in der Partnerschaft, Waldemar Fuderer. Dir, lieber Waldemar, möchte ich hier vor allen anderen danken. Wenn jeder von Ihnen die Hand hebt, dessen "Partnerschaftsgen" von Herrn Fuderer ans Licht gebracht wurde, dann bleiben, glaub ich, heute nicht viele Hände unten. Er kennt alle, weiß alles und hat eine absolut überzeugende, dabei äußerst sanfte Art, die Freuden der Partnerschaft zu vermitteln.
Motoren der Partnerschaft waren und sind auch unsere Bürgermeister, Herr Richter, und Sie, lieber Herr Friedrich, Ehrenmitglied unseres Partnerschaftskomitees, der Sie unermüdlich alles für den Aufbau der Partnerschaft getan haben. Unter Ihrer Ägide ist auch der freiwillige Französischunterricht für die Grundschüler in unserer Gemeinde vor nunmehr 17 Jahren eingeführt worden, den wir seitdem durchgehend halten. Gerade gestern hat mir jemand das Enkele vorgestellt, Französisch 1, das nun in der Familie das Dolmetschen übernommen hat! Für Sie, Herr Friedrich, war die Partnerschaft eine Herzensangelegenheit! ("Partnerschaftsgen" in ausgeprägter Form)
Ich danke auch Ihnen Herr Ostfalk, dass Sie sich, von Anfang Ihrer Amtszeit an, für unsere Partnerschaft einsetzen. Sie sind sofort von unserem "Partnerschaftsgen" infiziert worden, da das medizinisch nicht geht, müssen Sie es schlummernd schon mitgebracht haben. Ihnen haben wir auch dieses Fest zu verdanken, bei dessen Vorbereitung Sie uns jede Unterstützung haben angedeihen lassen.

Auf Beaurepairer Seite war es 20 Jahre lang Bürgermeister Nucci, der die Partnerschaft vorangetrieben hat und dem ich heute für alles, was er in dieser langen Zeit getan hat, sehr herzlich danken möchte. An seiner Seite seit langem als 1. Stellvertreter der heutige Bürgermeister Philippe Mignot, dessen Mutter schon vor langen Jahren an der Partnerschaft teilgenommen hat, der mit ihr sehr jung schon dabei war. Wir empfinden es als ein Glück, dass gerade er nun die offizielle Partnerschaft weiter führt.

Motoren der Partnerschaft waren die Vorsitzenden der Komitees. Hier danke ich meiner Kollegin, Monique Galfione stellvertretend für alle, die vor ihr beim Komitee oder bei den "Amis du jumelage" Vorsitzende waren. An ihr sehen Sie: das Partnerschaftsgen hält jung; sie hat immerhin trotz 20 Jahren Partnerschaft, mit ihrem Mann und anderen Freunden, den Weg zwischen unseren Gemeinden mit dem Fahrrad zurückgelegt.
Ich danke den Mitgliedern des Vorstandes der Komitees- bei uns Keser -Packmor mehr als 20 Jahre dabei. Mein besonderer Dank geht an alle nicht genannten Mitglieder der Komitees, die durch ihre konstante, engagierte und zuverlässige Arbeit die Bewegung tragen. Ohne Euch kann kein Vorstand etwas ausrichten. Eure Meinung formt die Arbeit, ihr kennt jeweils unterschiedliche Bürger unserer Gemeinde und wisst, was für diese wichtig ist. Durch euch haben wir eine wirklich Basis.

Dank an die unermüdlichen Französischlehrerinnen in den Grundschulen, Frau Steinat, Frau Ege, Frau Wewerka haben die Schüler begeistert. Heute sind es Frau Venturini, die auch die Erwachsenenfranzösischkurse mit leitet und mit ihrer Fröhlichkeit ansteckt und Frau Huberle. Dir, Margrit, die Du es stets vorziehst, in der 2. Reihe zu bleiben, während Du einen Großteil der Arbeit übernimmst, möchte ich heute auch offiziell danken.

Als ich 1990 zur 1. Vorsitzenden des damaligen Partnerschaftskomitees gewählt wurde, war mein Programm bescheiden: Kein Europa-politisches Programm, kleine Schritte sollten es sein, die wir uns vornehmen wollten, kleine, aber realisierbare. Schüler- und Lehrlingsaustausche waren angedacht: Ich hatte selbst bereits 1957 an einem der ersten Schüleraustausche in der Nachkriegszeit teilnehmen können, was meine Freundschaft zu Frankreich begründet hat. Was man als Kind oder Jugendlicher erlebt, bleibt haften, je früher, umso mehr. Wenn es denn doch kein "Partnerschaftsgen" von Geburt an geben sollte, so kann hier eins begründet werden. Kleine Schritte sind oft große Schritte. Eine Mutter, die Grundschulkinder aufgenommen hatte, berichtete von ihrer Verzweiflung, als eins der Kinder, wiewohl zu zweit jeweils untergebracht, vor Heimweh nicht einschlafen konnte. Sie konnte auch kein Französisch. Also, hat sie sich gedacht, ich versuche, was bei meinen Kindern auch funktioniert: Sie hat sich ein Buch geholt und -auf Deutsch - daraus vorgelesen. Und siehe da, das Kind schlief ein. Am andern Morgen war alles Heimweh vergessen. Diese Mutter hat mehr für die Freundschaft zwischen den Völkern getan, als alle offiziellen Reden vermögen. So funktioniert Partnerschaft.
Ein Herzenswunsch ist mir allerdings bei allen gelungenen kleinen und manchmal auch größeren Schritten bisher noch nicht erfüllt worden: dass die Auenwald-Beaurepairer Partnerschaft auch durch familiäre Verbindung gesichert bleibt. Dieser Wunsch wurde mir gestern Abend, rechtzeitig zum Fest erfüllt und ich habe die offizielle Erlaubnis, Ihnen mitzuteilen, dass Nadine Florl und Nicolas Fanjat im kommenden Jahr heiraten werden, ein Fest, bei dem die Partnerschaft im doppelten Sinn eine Rolle spielen wird. Herzlichen Glückwunsch! Mögen noch viele paar eurem Beispiel folgen, damit unsere Partnerschaft noch lange in den Herzen der Menschen weiter wirkt.

Partnerschaft Auenwald - Beaurepaire

Radeln für die Partnerschaft am heißesten Tag dieses Jahres

A u e n w a l d (kk) 2 Tage vor Beginn der Partnerschaftsjubiläumsfeierlichkeiten radelten 11 Partnerschaftsfreunde aus Beaurepaire und Auenwald am heißesten Tag dieses Jahres gemeinsam auf der 10. und letzten Etappe der großen Radtour Beaurepaire-Auenwald von Esslingen nach Auenwald. Die 6 "Cyclistes" aus Beaurepaire hatten bei der Ankunft in Esslingen bereits 623 km in den Beinen, die Gruppe aus Beaurepaire setzte sich aus den Radlern Monique und Pierre Galfione, Annik Couche, Lucien Crego, Danièle Galfione und Henri Gachet zusammen, in den Begleitfahrzeugen waren dabei: Gilbert Galfione und Josette und Pierre Gachet sowie Mme Gachet. Die Auenwalder Gruppe setzte sich aus Mitgliedern des Partnerschaftskomitees, Ü 50 TSV Lippoldsweiler und Trachtenkapelle Bürgerverein Ebersberg zusammen (3 von ihnen waren 1987 mit einer Gruppe des Bürgervereins Ebersberg mit dem Fahrrad von Auenwald nach Beaurepaire unterwegs).
Zunächst fuhren Hubert Janetzko, Josef Kaiser, Kurt Keser, Manfred Packmor und Bernd Schneider auf dem Fahrrad zur S-Bahn-Station Maubach, von dort aus mit der S-Bahn nach Oberesslingen, von dort gings dann per Vélo gleich ordentlich bergauf zum Hotel der Gäste in Esslingen Sankt Bernhard, welches schwierig zu finden war, verständlich die Aussage der französischen Freunde, dass sie sich am Vortage geirrt bzw. trompé haben, und falsch gefahren sind.
Im Hotel angekommen wurden die Auenwalder Radfahrer kameradschaftlich mit vielen "bises" Küßchen, Umarmungen und einem Aperitif begrüßt, das obligatorische Foto wurde auch noch schnell gemacht. Wie hier zu erfahren war, machten die malerischen und gepflegten Ortschaften mit den Fachwerkhäusern während der Tour großen Eindruck, das Highlight war aber der Rheinfall bei Schaffhausen. Insgesamt gab es nur 1 Panne und einen glimpflich verlaufenen Sturz in der Schweiz.
Nach der Abfahrt am Hotel war das Gelächter groß, als der Weg plötzlich bei einem kleinen Bauernhof endete und die Räder bergabwärts auf einem schmalen Waldpfad zum nächsten Verbindungssträßchen in Richtung Wäldenbronn geschoben werden mussten. Von hier aus ging es zunächst ein paar km nur bergauf zur Schurwaldhöhe, was doch etwas anstrengend war, die herrliche Abfahrt durch die Weinberge nach Stetten entschädigte aber alle.
Die Hitze wurde immer größer, bei 33 ° im Schatten war Schwitzen angesagt, auf der Weiterfahrt über Endersbach, Korb, Winnenden, Nellmersbach, Waldrems, Unterweissach gingen die mitgeführten Getränke aus, an den wenigen Schattenstellen wurden kurze Pausen eingelegt.
Doch als die deutsch-französiche Radlergruppe mit der Vorsitzenden des Comité de Jumelage,
Monique Galfione, " en tête" an der Spitze vor dem Rathaus Unterbrüden eintraf , hatte sie sich eine kleine Verspätung für den vorgesehenen Empfang eingehandelt, doch was sind schon 10 Minuten bei einer Gesamtdistanz von 659 km und der Schlussetappe am bisher heißesten Tag dieses Jahres.
Bürgermeister Ostfalk, Ulrike Rückert Vorsitzende des Partnerschaftskomitees und Jean-Claude Ghéno, 2. Vorsitzender des Comité de Jumelage, begrüßten die Radler herzlich, Bürgermeister Ostfalk lud zu einem kleinen Begrüßungstrunk in die Ratsscheuer ein.


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